Staatspreis Baukultur Baden-Württemberg 2020 – Anerkennung

Anerkennung für Grablege und St. Peter

Dr. Clemens Stroppel, Generalvikar der Diözese Rottenburg-Stuttgart, sagt anlässlich der Preisverleihung: „Für den Staatspreis Baukultur Baden-Württemberg nominiert zu werden ist eine große Ehre. So freuen wir uns, dass gleich zwei Projekte der Diözese Rottenburg-Stuttgart die Aufmerksamkeit der Jury gefunden haben. Dass beide Projekte nun eine Anerkennung des Staatspreises erhalten haben, der nur einmal in der fünfjährigen Legislaturperiode des Landtags verliehen wird, freut uns sehr. Es bestätigt uns darin, für Projekte kirchlichen Bauens regelmäßig Architekturwettbewerbe auszuloben. Dadurch wird nicht nur der Kreis möglicher Architektinnen und Architekten ständig erweitert und es können auch bisher unbekannte Vertreterinnen und Vertreter des Fachs in den Blick und zum Zug kommen. Es entstehen auch überraschende Entwürfe und wir erreichen eine hohe architektonische, kirchliche und auch städtebauliche Qualität. Es werden regelmäßig zeitgemäß-zeitüberschreitende Bauprojekte realisiert, die zugleich Anregungen zum Weiterdenken und Entwickeln neuer Lösungen geben und nicht nur von kirchlicher, sondern auch gesellschaftlicher Bedeutung sind. Dass dies so hohe Anerkennung findet, ermutigt uns auf dem innovativ-kreativen und zugleich Zeichen setzenden und nachhaltigen Weg mutig weiterzugehen.“

In der Jury-Bewertung zur Bischofsgrablege heißt es: „Radikale Abstraktion hat hier zu einem Raum geführt, in dem das Mysterium von Vergänglichkeit und Auferstehung spürbar wird, ohne dass dafür aufdringliche Symbolik zum Einsatz kommt.“ In der Sülchenkirche verbindet eine Treppenanlage die Oberkirche mit den daruntergelegenen Ausstellungsflächen und dem nochmals einen Treppenlauf tiefer angeordneten Grabraum. Dieser ist der zentrale Punkt der Anlage, gestaltet als Andachtsraum mit großer Raumhöhe. „So entstand eine schlüssige Gesamtkonfiguration aus Museum, Grablege und sanierter Kirche“, urteilt die Jury. Die stimmungsvolle Atmosphäre werde durch die gezielte Abfolge der Räume, die Verwendung von Stampflehm, Juraschiefer, Travertin und Messing, durch die aufeinander abgestimmten Farbtöne, die Helligkeitskontraste sowie durch eine dezente Beleuchtung erzeugt. Der Entwurf für die Bischofsgrablege stammt von dem Büro Cukrowicz Nachbaur Architekten ZT GmbH in Bregenz/Österreich.

Die zweite Anerkennung ging an die Kirchengemeinde St. Peter in Bad Cannstatt.

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Dokumentarfilm »Die Sülchenkirche« feiert Premiere

Die 120 Zuschauerinnen und Zuschauer genossen die stimmige Open-Air-Atmosphäre an diesem Spätsommerabend sichtlich und zeigten sich hernach beeindruckt von der reichen Geschichte Sülchens.

Der Film von Regisseur Dominik Wessely verdichtet in 45 Minuten ein breites Themenspektrum. Es geht um die archäologischen Funde, die bei den Ausgrabungen in Sülchen in den vergangenen Jahren gefunden wurden und die unter anderem Aufschluss geben über die frühchristliche Bestattungskultur vor 1400 Jahren. Die Dokumentation zeigt aber auch das Geheimnis der Entstehung der Sülchenkirche und die Geschichte der Christianisierung des Südwestens.

Nach der Premiere sprachen Bischof Gebhard Fürst (auf dem Podium) und Regisseur Dominik Wessely (live aus Berlin zugeschaltet) vor dem Publikum mit Bischofsreferentin Karin Schieszl-Rathgeb über Motivation und Entstehung des Dokumentarfilms.


St. Meinrad and the Meinrad Trail

Meinrad was born shortly before 800 in Sülchgau near Rottenburg. His parents sent him to the then famous monastery school on the island of Reichenau for education, where he later became a priest and monk. Abbot Erlebald sent the exemplary monk as a teacher to a small monastery on Lake Zurich. But Meinrad felt a great longing for a life of solitude. He moved as a hermit to the southern shore of the lake and around 835 finally to the “Dark Forest”, where he lived for 26 years. Meinrad cultivated an intense life of prayer, was hospitable and gave gifts to the poor who visited him. On 21 January 861, two robbers visited the hermit. Meinrad hospitably entertained them both, but he was slain by them out of greed. Meinrad’s body was taken to the Reichenau and buried there. His relics returned to Einsiedeln for the consecration of the second monastery church in 1039.

In May 2019, Bishop Dr Gebhard Fürst opened a new bicycle pilgrimage route in Rottenburg called the “Meinradweg”. It begins at the Sülchenkirche, the baptismal church of St Meinrad, leads via the Archabbey of Beuron to the World Heritage Site of Reichenau Island and from there via the Benedictine Monastery of Fischingen to the largest place of pilgrimage in Switzerland, the Monastery of Einsiedeln. The approximately 275 kilometres of the Meinrad Trail can be mastered in four daily stages. St. Meinrad is considered the “martyr of hospitality”. So the Meinradweg with its monasteries and cycle path churches invites you to experience hospitality. More information is available at meinradweg.com.

At the opening ceremony of the Meinradweg, Bishop Dr Gebhard Fürst also unveiled a statue of the saint at the Sülchenkirche. The statue was sculpted by Ralf Ehmann from Untersberg marble from the Salzburg area. For some years now, there has also been a relic of St Meinrad in the Sülchenkirche, which was given by the Einsiedeln monastery.


Dreharbeiten für neuen Sülchen-Film

Bild: Matthias Franz

Dreharbeiten in der Sülchenkirche in Rottenburg: Am Montag war den ganzen Tag ein Filmteam der Filmproduktionsfirma Tellux in der Sülchenkirche am Werk.

Regisseur Dominik Wessely und sein Team drehen seit mehreren Wochen einen Dokumentarfilm über die Sülchenkirche und die frisch renovierte Bischofsgruft.

Weitere Drehtermine stehen an. Unter anderem wird das Filmteam am kommenden Sonntag, 3. November, die Glockenweihe in Sülchen dokumentieren.

Wann der Film fertig ist und wo er zu sehen sein wird, ist noch nicht bekannt.